13. Juni 2016

5# Hitlerjugend - Das Leben von Jugendlichen im Dritten Reich "AM - Petra Teske" inkl. Gewinnspiel


  
Huhuuuu *winke winke* :)

Und Herzlich Willkommen zum 5# Beitrag im AutorenMonat Juni 2016 mit Petra Teske inkl. tollem Gewinnspiel ♥ Petra und ich haben recht lange überlegt, wie wir den Beitrag - Hitlerjugend : Das Leben von Jugendlichen im Dritten Reich - am besten umsetzen könnten. Greifen wir ganz allgemein auf das Thema, oder doch schon spezieller auf das Buch "die Geisterclique von St. Josephine" bezogen? Nun... Wir haben uns dafür entschieden, dass Petra diesen Beitrag selbst schreibt... Was wollte sie damit vermitteln? Was ging in ihr selbst vor? Und eben damit tatsächlich auf die Geschichte des Buches eingehen, da dieses das Thema eigentlich doch am besten gerecht wird :) Wir wünsche euch gaaaanz viel Spaß beim Lesen :) ♥


Noch eine kleine Anmerkung - den Namen des Protagonisten aus dem Jenseits haben wir in den "Geisterjungen" geändert um euch später beim lesen des Buches nicht die Spannung zu nehmen :)



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Petra Teske schreibt ...


Als ich den Plot für „Die Geisterclique von St. Josephine“ erarbeitete, war mir sofort klar, dass ich das Thema „Dritte Reich“ einmal von einer anderen Seite aus beleuchten wollte. Mir ist es wichtig, Aspekte für meine Bücher zu finden, womit der Leser nicht unbedingt rechnet und welche, die in der Öffentlichkeit doch eher nicht so thematisiert werden. Die Gräueltaten gegen Juden sind uns heute alle bekannt, aber ich habe mich gefragt, was wussten die Menschen damals schon dadrüber? War ihnen klar, was mit den Jude passierte, nachdem man sie abgeholt hatte? Und dann kam die wichtigste Frage in mir auf, wie ging es eigentlich den Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit? Denn darauf baut die Thematik meines Buches auf. Die Probleme unserer heutigen Zeit, wofür Ella steht, und die der damaligen, die "der Geisterjunge" symbolisiert. Das aufeinandertreffen zu lassen war wirklich unglaublich spannend und sehr bewegend.

Ich selbst bin 1977 geboren und konnte somit nicht auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen, sondern musste mich einlesen und Zeitzeugen für mich sprechen lassen. Beim Schreiben tauchte ich dann tatsächlich in diesen Abschnitt dunkler, deutscher Geschichte ein. Ich fühlte mit den Menschen, konnte mich in sie reinversetzen und zum ersten Mal wurde mir klar, was es wirklich bedeuten haben musste, zu dieser Zeit gelebt zu haben. Das hat mich sehr ergriffen. Besonders als mir deutlich wurde, wie es für die Kinder gewesen sein musste.
"Der Geisterjunge" wird 1929 geboren, in den ersten Jahren ist sein Leben noch von Unbeschwertheit geprägt. Sein bester Freund Elias ist ein Jude und dadurch bekommt "der Geisterjunge" die Wirren dieser Zeit hautnah mit. Auf leisen Sohlen schleicht das Grauen an sie heran. Viele der Deutschen nehmen Hitlers Gerde über die Juden gar nicht ernst, halten ihn für einen fanatischen Verrückten. Doch dann gibt es noch die anderen, die ihn ihm den Befreier eines von den Siegermächten geknechtet Volkes sehen. Sie finden in seinen Worten Halt. Die Juden, die alles haben und die armen Deutschen, die im eigenen Land zu kurz kommen. Doch die Kinder verstehen nicht, was um sie herum passiert, können den Hass der Menschen auf die Juden nicht einordnen. An einem Morgen, "der Geisterjunge" ist sechs und sein erster Schultag steht kurz bevor, kommt sein Freund Elias zu ihm in den Garten. Er hat eine Wunde über den Augen und "der Geiserjunge" fragt, wie er sich diese zugezogen hat. Diese Szene gibt einen kleinen Einblick, wie unverständlich das Geschehen für die Kinder war.

»Das war Bauer Hagen.«
»Bauer Hagen? Aber warum?«
Das konnte ich nun überhaupt nicht verstehen. Wir kauften bei ihm immer unsere Milch, Eier und andere Dinge. Hin und wieder gab er mir sogar einen Lolli. Bis jetzt hatte ich ihn meist als sehr freundlich erlebt, obwohl er auch tüchtig schimpfen konnte. So erzählten es manche Bewohner in der Stadt.
»Weil ich eine dreckige Judensau bin.« Traurig gingen die Mundwinkel von Elias’ kleinem Mund nach unten. Fassungslos starrte ich meinen Freund an und konnte kaum glauben, was er da sagte. Elias sprach weiter. »Mutter hat mich Milch holen geschickt, sonst geht eigentlich Hannah. Aber meine Schwester wollte es nicht mehr, sie sagte, sie setze keinen Fuß mehr auf den Hof von Bauer Hagen, weil er gemein sei. Du weißt ja, wie Eltern sind, natürlich hat Mutter ihr nicht geglaubt und mich losgeschickt. Als ich auf dem Hof ankam, wollte ich zur Tür gehen, da bog Bauer Hagen gerade um die Ecke. Er schaute mich gleich zornig an, obwohl ich gar nichts gesagt oder getan hatte. Ich wollte ihn freundlich begrüßen, da schrie er schon los, ich solle sofort sein Grundstück verlassen. Er wolle nicht, dass sein kostbarer Grund und Boden von der Judenpest verseucht werde. Endlich sei der Führer da, um die Welt von so einem Dreck wie uns zu befreien. Dann bückte sich Bauer Hagen, nahm einen Stein und warf ihn nach mir. Dabei schrie er, ich sei eine dreckige Judensau. Da wären selbst seine Schweine im Stall sauberer als ich. Der Stein traf mich direkt über dem Auge. Ich ließ die Milchkanne fallen und lief davon.«
Nun röteten sich auch meine Wangen von der aufsteigenden Wut. »Das zahlen wir ihm heim!«
In meiner Fantasie wollten gerade Rachepläne Gestalt annehmen, wurden aber von Elias’ nächstem Satz jäh gebremst.
»Meinst du, er hat recht damit, "Geisterjunge"?«
Erschrocken zuckte ich zusammen. »Wie kannst du denn so etwas nur denken?«
»Ich habe es schon öfters gehört. Vor ein paar Tagen ging ich mit Mutter in die Stadt. Da deutete ein Mann mit dem Finger auf uns und schrie über die ganze Straße, da gehe stinkendes Judenpack. Und andere Kinder haben es auch schon zu mir gesagt.« Elias hob seinen Arm und roch daran. »Aber ich kann nichts an mir riechen. Du?«
Ich beugte mich zu Elias rüber und schnupperte an ihm. »Nein, du riechst ganz normal.«

Hitler ist zu diesem Zeitpunkt schon an der Macht und seine Nazi-Maschinerie läuft auf Hochtouren. "Geisterjunge's" Mutter bringt die Sache bei einem Gespräch mit ihrem Mann gut auf den Punkt:

»Dir ist aber nicht entgangen, dass Hitler vor zwei Jahren die Regierung übernommen hat, oder? Dass wir nun genötigt werden Hakenkreuzfahnen aus den Fenstern zu hängen, mit Heil Hitler zu grüßen haben und wir ein Bild unseres Führers im Haus haben müssen? Von den anderen Dingen, die er verfolgt, will ich hier bei Tisch gar nicht sprechen.«

Die Freiheit der Menschen wird immer mehr eingeschränkt und ihr Recht auf freie Meinung abgesprochen. Erwachsene haben dennoch die Möglichkeit, für sich zu entscheiden, ob sie diesem Wahn gutheißen oder nicht. Die Kinder hingegen sind den Manipulationen des Regimes hoffnungslos ausgeliefert, die vor allem in der Schule stattfinden.

Am Einschulungstag hingen aus den Fenstern überall die roten Fahnen mit schwarzem Hakenkreuz auf dem kreisrunden, weißen Grund. Sie bereiteten symbolisch den Weg für meine zukünftige Schulzeit, die mit einer feierlichen Hissung genau dieser Fahne begann. Und das erste, was ich für das Leben lernen sollte war, wie man den Hitlergruß ordnungsgemäß ausführte.
So standen wir Knirpse Tag für Tag stramm von unseren Stühlen auf, streckten unseren rechten Arm mit flacher Hand auf Augenhöhe schräg nach oben aus und brüllten »Heil Hitler«, wenn der Lehrer hereinkam.

Das Augenmerk im Unterricht liegt in der Rassenlehre und der sportlichen Ertüchtigung. Ziel ist es, aus den Kindern Vaterlandstreue, gesunde arische Mädchen und Jungen zu machen, die bereit sind alles für ihr Land zu tun. Für die Jungen bedeutet das zu kämpfen, für die Mädchen eine gute Frau und Mutter zu werden. Um das noch weiter zu unterstützen, wurde die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel ins Leben gerufen. Anfangs war der Beitritt noch freiwillig, später wurde es dann zur Pflicht. Aber auch freiwillig fanden sich genug Anhänger für die Hitlerjugend. Warben die Nazis doch mit eigener Uniform, Sportspielen, Zeltlager und Geschichten am Lagerfeuer. Es wurde musiziert und durch die Stadt marschiert, sodass die Kinder und Jugendliche das Gefühl bekamen, einer wirklich großen Sache zu dienen. Man wollte dazu gehören, zu dieser tollen Gruppen, die überall Respekt und Achtung bekam. War man nicht dabei, gehörte man zu den Außenseitern. Da natürlich gerade in der HJ bzw. dem Jungvolk gegen Juden gehetzt wird, will "der Geisterjunge" damit nichts zu tun haben. Bedingt durch gewissen Umstände muss er dann dem Jungvolk aber doch beitreten.

Also trat ich gezwungenermaßen meinen Dienst an, fest entschlossen, nur das Allernötigste zu tun. Doch ich musste feststellen, dass es mir dort gar nicht so schlecht gefiel. Ich wurde herzlich und mit offenen Armen meiner neuen Kameraden empfangen. Die Pimpfenprüfung bestand ich mit Auszeichnung, worauf unser Jugendzugführer Herbert mächtig stolz war. Plötzlich war ich fest in einer Gruppe integriert und ein wichtiger Bestandteil. Besonders, wenn es um die sportlichen Wettkämpfe ging. Im Laufen konnte mich keiner schlagen. Meine Gruppe feuerte mich mit Eifer an und war bei einem Sieg völlig aus dem Häuschen. So erwarb ich mir einen Spitznamen »Turbo "Geisterjunge"«.
Aber auch in den anderen sportlichen Bereichen war meine Leistung nicht zu unterschätzen, sodass ich sogar vom Stammführer persönlich ein Lob bekam. Das war schon etwas, worauf die anderen neidisch waren, da es als außerordentliche Ehre galt, von einem in der Hierarchie so weit Obenstehenden gelobt zu werden. Zu diesen Jungen schauten alle mit großer Bewunderung auf und alle hatten nur das Ziel, einmal selbst diesen Rang zu erreichen.
Ob man wollte oder nicht, man bekam im Jungvolk das Gefühl, einer wirklich großen Sache zu dienen. Seinem eigenen Vaterland. Wir waren die Zukunft, würden die tapferen Helden einer neuen Nation sein. Mit dem Wort »Held« hatten sie mich dann am Haken und als ich auch noch für meine besonderen sportlichen Leistungen das Fahrtenmesser überreicht bekam, war in mir endgültig das Kämpferherz erwacht. »Blut und Ehre« stand auf dem Griff, wodurch ich mich schon fast wie Goliath selbst fühlte.
"Der Geisterjunge" der sich in zwei Welten bewegen, immer auf der Hut, nicht als Judendfreund aufzufallen. Er muss sich auch gegen seinen Willen anpassen, tut er es nicht, besteht immer die Gefahr, ins Visier der Gestapo zu geraten.

Ein solches Leben ist für uns heute schwer vorstellbar. Wir sind daran gewöhnt, unsere freie Meinung zu äußern und die Dinge zu tun, die wir tun möchten. Käme jemand zu uns und würde verlangen, ab jetzt jeden Mittwoch- und Freitagnachmittag eine Uniform anzuziehen und an Treffen teilzunehmen, bei denen in aller Offenheit gegen Asylanten gehetzt wird, würden wir nur einen Vogel zeigen. Oder man stelle sich vor, wir werden Kraft Gesetz dazu genötigt, mit „Heil Angie“ zu grüßen. Für mich unvorstellbar, derart in seinen eigenen Rechten als Mensch eingeschränkt zu werden.

Diese Dinge sind es, die mein Buch aufgreift, und versucht den Leser für das alltägliche Leben in dieser Zeit zu sensibilisieren. Eine wirklich herzergreifende Geschichte eines Jungen, der mit diesen Wirren und dem Krieg zurechtkommen muss. Der aber eins in all der Not nicht verliert: echte Freundschaft!






Das Gewinnspiel zum AutorenMonat :)


Beantworte folgende Frage um weitere Lose für diese Preise zu sammeln 

Wie hat sich Elias die Wunde am Auge zugezogen und wieso?

Ein zweites Los bekommt, wer diesen Beitrag öffentlich teilt. Nachgewiesen muss dies nur per Link mit im Kommentar :) Dies zählt für jeden Beitrag im AutorenMonat. Genauere Infos über das Losverfahren sowie die allgemeinen Teilnahmebedingungen sind *hier* im unteren Abschnitt zu finden :) 
  

Am Mittwoch wird es wieder etwas mehr mystisch ;) Denn dann geht es um das Thema - Außergewöhnliche Phänomene ♥ Das Ella Geister sieht, ist ja immerhin ganz eindeutig ein außergewöhnliches Phänomen und sollte unbedingt thematisiert werden ;) Ich würde mich freuen, wenn ihr dann auch wieder mit dabei seid :) ♥ Bis dahin ...
*winke winke* Eure Lina



Kommentare:

  1. Morgen schön meine Liebe. :-) Und auch heute bin ich weiter wieder dabei mein Glück für eine Printausgabe zu versuchen!

    Das war Bauer Hagen, bei denen sie immer einkaufen gegangen sind-der hat nun erfahren das Elias ein Jude ist, und er eine "dreckige Judensau sei", und es somit verdient hätte!
    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

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    1. Die Wunde am Auge führte ein Stein,Elias zu,den Bauer Hagen nach ihm warf!

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  2. Hallo,

    Bauer Hagen hat einen Stein nach ihm geworfen.

    LG
    SaBine

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  3. Huhuhu
    Bauer Hagen hat einen Stein nach ihm geworfen,nachdem er erfahren hat das er eine Jude ist.
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. Wow... ich muss sagen ich bin hin und weg von dem buch bzw. Ausschnitt davon....

    Bauer hagen hat einen stein nach ihm geworfen und ihn als judensau beschimpft als Elias milch holen wollte

    Lg

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  5. Hallo Lina und vielen Dank Petra!!
    vielen Dank für diesen Beitrag, der sehr emotional geschrieben ist und mir einmal mehr verdeutlicht, dass Kinder in eine gewisse Richtung "erzogen" wurden. Sowohl die Schule, wie auch die Gesellschaft haben sie damals zu dem gemacht, was sie später waren. Nur wenige "Verlierer" (in der damaligen Sicht), haben sich dagegen wehren können. Manipulation war einfach überall!!

    Elias hat sich die Platzwunde am Auge durch einen Stein zugezogen, den der Bauer auf ihn geworfen hat. Getan hat er nichts, außer, dass er ein Jude war und die Juden in den Augen des Bauern als "Pack" galten.

    LG
    Jens "Der Lesefuchs"

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  6. Das war Bauer Hagen der hat ihn einen Stein gegen das Auge geworfen, weil er ein Jude ist

    LG Pitti Kö

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  7. Nachdem der Bauer erfahren hat, dass er ein Jude ist hat er ihn beschimpft und einen Stein nach ihn geworfen.

    Lg Bonnie

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  8. Hallo und herzlichen Dank auch für diesen schönen Beitrag!

    Zu Deiner Frage:

    Elias hat sich eine Wunde am Auge zugezogen, weil Bauer Hagen einen Stein nahm, ihn nach Elias warf und ihn am Auge traf. Der Bauer wollte dass Elias sofort sein Grundstück verlässt. Er wolle verhindern, "dass sein kostbarer Grund und Boden von der Judenpest verseucht werde".

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

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