17. Juni 2016

7# Mobbing "AM - Petra Teske" inkl. Gewinnspiel






  Guten morgen *winke winke* :)

Und Herzlich Willkommen zum 7# Beitrag im AutorenMonat Juni 2016 mit Petra Teske inkl. tollem Gewinnspiel ♥ Heute besprechen wir ein sehr ernstes wie auch wichtiges Thema - Mobbing. Mobbing zieht sich durch alle gesellschaftliche Schichten und die unterschiedlichsten Altersklassen. Vom Grundschulkind bis zum Geschäftsmann/frau in der Büroetage. Aber was ist Mobbing eigentlich genau und wie wird es definiert? Dem gehen wir heute mit Hilfe von Ella (Protagonistin aus "die Geisterclique von St. Josephine") auf den Grund...
 

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Bleiben wir doch gleich mal bei der Definition ... Diese besagt ... Hmm... Also, eine allgemein anerkannte Definition gibt es dazu gar nicht. Na gut, allgemein lässt sich aber sagen, dass es sich bei Mobbing um ein immer wiederkehrendes Verhaltensmuster handelt, wobei eine Person von einer Gruppe auf unterschiedlichster Art attackiert wird, mit dem Ziel, sie zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen. Den Begriff hat der Verhaltensforscher Konrad Lorenz geprägt. Er studierte das Verhalten von Wildgänsen und bezeichnete als Mobbing das aggressive Verhalten von mehreren Gruppenmitgliedern gegen ein einzelnes Tier, um dieses zu vertreiben. (Siehe: Konrad Lorenz, Das sogenannte Böse: Zur Naturgeschichte der Aggression, DTV (Januar 1998)

Es ist wichtig noch einmal hervorzuheben, dass es sich bei Mobbing um keine Einzeltat handelt, sondern dass die Opfer ständigen Übergriffen ausgesetzt sind, was zu einer systematischen Zerstörung führt und die „Vertreibung“ am Ende der einzige Ausweg scheint. So kann Mobbing sogar zum Selbstmord führen :( Man darf gar nicht drüber nachdenken, wie grausam Menschen sein können :(  Beim Mobbing sind verschiedene Personengruppen beteiligt. Als erstes wäre da natürlich das Opfer, dann die Täter und Mitläufer sowie die Zuschauer, die das Treiben mitbekommen, aber nicht eingreifen. Die Opfer sind meist Menschen, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen und es ohnehin schon sehr schwer haben, doch es können auch Neid, Missgunst und andere Faktoren dabei eine Rolle spielen.

In Petras Buch ist Ella das Opfer. Sie kommt aus sozial schwierigen Verhältnissen und es war Petra wichtig, auch deutlich zu machen, dass sie deswegen schon genug Probleme hat, die ihr zusetzen. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und durch Hartz V haben sie wenig Geld. 


Hier ein kleiner Auszug aus Ellas Leben...

Egal um was es auch ging, Alkohol, Alkohol, Alkohol. Es gab wirklich nichts auf der Welt, was ich mehr verabscheute. Und als wolle mir genau dieser wieder einmal zeigen, wie weit seine Macht reichte, stand das kurze Stück Küchenarbeitsfläche voller Flaschen. Ich hasste den Geruch von abgestandenem Bier und säuerlichem Wein aus den teils noch halbvollen Flaschen, der sich mit dem kalten Zigarettenqualm vermischte. Wie hypnotisiert richtete ich meine Augen auf die vollgestellte Arbeitsfläche. Von wegen kein Geld mehr. Wütend nahm ich jede einzelne Flasche und leerte alle Reste aus. Ich hatte die Schnauze so was von gestrichen voll. Am liebsten hätte ich nur noch laut geschrien. Um das nicht zu tun, presste ich mit aller Kraft meine Lippen aufeinander. Manchmal hasste ich nicht nur den Alkohol, sondern auch meine Mutter.
Die letzte Flasche Wein war noch fast voll. Beißend drang mir der Geruch von essighaften Trauben in die Nase, während diese unheilvolle Flüssigkeit im Abguss verschwand. Meine Wut ebbte ab und mir wurde langsam bewusst, was ich da gerade getan hatte. Jetzt konnte ich mich auf was gefasst machen! Besser, ich würde heute nach der Schule nicht nach Hause kommen. Meine Mutter würde ausrasten. In den letzten Jahren hatte sie mich kaum noch geschlagen, aber dafür würde sie mir heute eine Tracht Prügel verpassen.

Mit diesen Sorgen beginnt schon Ellas Tag und dann kommt noch das gemeine Verhalten der Mitschüler dazu. Scham und Angst hindert die meisten daran, sich überhaupt jemandem anzuvertrauen. Dazu kommt, dass die Opfer mitbekommen, wie andere sich einfach wegdrehen oder ungerührt zuschauen, wenn man sie schikaniert. Sie fühlen sich alleingelassen, der Situation hoffnungslos ausgeliefert.

»Das war erst der Anfang, ihr Loser. Ein klitzekleiner Vorgeschmack darauf, was euch noch erwarten wird.«
Um uns herum lautes Lachen. Ich kniff meine Augen fest zu und presste mit aller Kraft meine Lippen aufeinander, damit meine Emotionen mich nicht überwältigten. In einer gewaltigen Ladung schossen Frust, Hass, Zorn und eine gigantische Scham in mir hoch. Diese Demütigung war kaum zu ertragen – und Dennis hatte es mitbekommen.
Zittrig stand ich auf, nahm meine Tasche und ging rüber ins Hauptgebäude zu den Mädchentoiletten. Betty folgte mir weinend. Dort machte ich mich schweigend sauber.
»Vergiss, was passiert ist, Ella, die Situation hat nie stattgefunden. Vergiss was passiert ist, die Situation hat nie stattgefunden«, sagte ich mir in Gedanken wieder und wieder und wieder. So machte ich es immer, sonst würde ich das Leben nicht mehr ertragen. Diese Vorgehensweise hatte mir schon oft geholfen. Man musste die innere Verletzung nur hartnäckig genug verdrängen, nie wieder darüber sprechen oder nachdenken, dann vergaß man sie auch.
»Was sollen wir denn jetzt machen, Ella?«, wimmerte Betty, die sich mit ein paar Papiertüchern über den Kopf wischte.
»Nichts.«
»Wie nichts? Svenja wird uns fertig machen.« Betty drehte sich zu mir und tupfte mit dem Tuch die Tränen von ihrem fülligem Gesicht.
»Und wer sollte deiner Meinung nach etwas daran ändern? Die Lehrer verteilen ein paar Strafaufgaben, das war’s. Wir sind auf uns allein gestellt. Die Situation eben sollte dir Beweis genug gewesen sein. Das Einzige, was wir tun können, ist so wenig wie möglich aufzufallen und uns in Zukunft nicht mehr mit denen anzulegen. Niemand kann oder will uns helfen. Begreif das endlich, Betty.« Ich warf die Tücher in den Abfalleimer, ging in die Klasse, als sei nichts passiert, und setzte mich auf meinen Platz.

Ella tat mir beim Lesen der Geschichte immer total Leid :( Petra hat sie wirklich ganz schon Leiden lassen und mich beim Lesen gleich mit. Mobbing-Opfer wie Ella leiden innerliche Qualen, die sie bis zur Selbstaufgabe treiben können. Und jeder, der von solchen Dingen weiß und nichts tut, wird zum Mittäter. Wir haben alle eine Verantwortung zu tragen, uns selbst, aber auch unseren Mitmenschen gegenüber. Unten findet ihr auch noch zwei Links, unter dem jeder  erste Hilfe in Bezug auf Mobbing finden kann. Egal ob man selbst betroffen ist oder man Mobbing mitbekommt und nicht weiß, was man nun tun soll.




Also, meine Lieben, dreht euch nicht weg und tut so, als hättet ihr nichts mitbekommen. Sondern greift ein. Ella selbst bringt sehr schön zum Ausdruck, was Hilfe eigentlich bedeutet...

»Meine Mitschüler, die mich immer ärgern, tun mir nur leid. Sie haben nichts begriffen, rennen mit ihrer selbstgefälligen Art durchs Leben und denken Wunder wer sie sind. Das Wesentliche zieht an ihnen vorbei. Sie haben überhaupt keine Ahnung, wie gut es sich anfühlt, jemandem zu helfen oder zu unterstützen, für sich selbst im Herzen das Gefühl zu spüren, etwas Gutes getan zu haben. Das sind die wirklich wertvollen Dinge im Leben.«

Ein schöner Abschluss, für einen ernsten Beitrag :)





Das Gewinnspiel zum AutorenMonat :)


Beantworte folgende Frage um weitere Lose für diese Preise zu sammeln
 
Ehrlich gesagt, finde ich es gerade etwas schwierig, eine passende Frage zu diesem Thema zu stellen, ohne zuu persönlich zu werden. Daher teilt mir doch einfach mit, was ihr dazu sagen wollt :)

Ein zweites Los bekommt, wer diesen Beitrag öffentlich teilt. Nachgewiesen muss dies nur per Link mit im Kommentar :) Dies zählt für jeden Beitrag im AutorenMonat. Genauere Infos über das Losverfahren sowie die allgemeinen Teilnahmebedingungen sind *hier* im unteren Abschnitt zu finden :) 
  
 
Dies war jetzt tatsächlich der letzte Beitrag zu "Die Geisterclique von St. Josephine". Ab Montag beginnen wir damit "Stonehenge - Tür der Götter" etwas genauer unter die Lupe zu nehmen ;) Wie immer würde mich sehr freuen, wenn ihr dann auch wieder mit dabei seid :) ♥ Bis dahin ... *winke winke* Eure Lina



Kommentare:

  1. Mobbing ist ein Thema, welches mich seit meiner Kindheit beschäftigt. Damals war ich derjenige, der gemobbt wurde. Ich kam als einziges "neues" Kind in eine Klassengemeinschaft und die Jungs konnten danach sehr gemein sein. Das habe ich bis heute nicht vergessen und versuche bei jeder Gelegenheit andere darauf hinzuweisen, wenn ich der Meinung bin, dass sie einzelne Personen mobben. Bis jetzt waren die Leute mir meist dankbar, da sie es so selbst nicht aufgenommen hatten. Aber es gibt natürlich auch diejenigen, die absichtlich mobben - und das finde ich noch viel abstoßender!!

    LG
    Jens "Der Lesefuchs"

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  2. Hallo,

    Mobbing ist wohl ein Thema was immer aktueller wird. Leider :( Ich finde es schlimm, wenn Menschen andere Menschen mobben.

    LG
    SaBine

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  3. ich habe zuviele Erfahrungen mit Mobbing machen dürfen und gehe daher lieber alleine durchs Leben!!!
    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

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  4. Huhu,
    Sehr schwer das so kurz zu fassen.
    Aber etwas das immer mehr zunimmt.
    Vor allem im Netz.
    Liebe Grüße
    Ute

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  5. Hallo liebe Lina,
    gepostet habe ich es unter https://www.facebook.com/bettina.lippenberger/posts/10208257935980002 Was habe ich zu Mobbing zu sagen. Eigentlich viel. Meine Tochter wurde von der 1. Klasse an von den Lehrerinnen gemobbt in der 4. Klasse dann auch von einem Sportlehrer, der ihr im Halbjahr noch eine 1 in Sport gab und im Abschlusszeugnis ganz plötzlich eine 3. Die erste Lehrerin meinte Lisa wäre zu dumm für die Grundschule, sie müsste auf eine Sonderschule. Lisa hat es ihr gezeigt. Es wurde festgestellt das sie überdurchschnittlich begabt war. Da sind der mal die Augen raus gefallen. Sie meinte nur das sie es gar nich glauben könnte wie klug Lisa sei. Tja in der 2-4 Klasse hatten wir dann die gleichen Lehrerinnen. Zwei die sich gegen Lisa verbrüderten oder heißt das verschwesterten? Na ja auf jeden Fall, gab es nur Sticheleien gegen Lisas Person. Ich kämpfte wie eine Löwin, stand für unser Kind ein. Siehe da, sie verbesserte sich so weit das sie nicht sitzen blieb was sie ihr prophezeit hatten. Nein sie verbesserte sich sogar in Mathe um eine ganze Note und das nur weil die alte Mathelehrerin ein Baby bekam und Lisa durch eine neue Mathelehrerin die Chance erhielt zu zeigen was sie kann. Natürlich wollten die Lehrerinnen absolut nicht das sie auf die Realschule ging. Nein das würde ihnen Bauchschmerzen machen. Ich blieb hart. Lisa wollte in die Realschule und da ist sie nun auch. Tolle Lehrer und Lehrerinnen haben ihr Potential endlich erkannt und gefördert. Sie ist nun besser als in der Grundschule und brachte mir auch schon mehrere 1 er nach Hause. Sie ist motiviert und auch wenn sie nun von den Mitschülern teilweise gemobbt wird, ist sie stark genug das Durchzustehen. Sie hat alte Freunde aus Kindergarten und Schule, wir stehen zu 1000% hinter ihr wie auch ihre Lehrer. Wie gerne würde ich den zwei Lehrerinnen mal ihr Halbjahreszeugnis vor die Nase halten. Ich wusste immer das was in Lisa steckt, sie brauchte einfach nur etwas mehr Zeit. Viele liebe Grüße, Bettina

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  6. Ich war auch Opfer von Mobbing und ich kann euch sagen, es ist nicht schön und man braucht lange um es wirklich zu bearbeiten. Psychischer Mobbing ist genauso schlimm wie körperlicher Mobbing

    LG Pitti Kö

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  7. Mobbing ist wirklich ein schwieriges Thema und meistens haben die, die mobben selbst Probleme. Das schlimme an sowas ist, dass die Opfer für immer darunter leiden auch wenn sie glauben darüber hinweg zu sein. und wenn es nur die Folge ist, dass man fremden Menschen nicht mehr gleich so offen begegnet.

    Lg Bonnie

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  8. Liebe Lina,

    vielen Dank auch für diesen interessanten Beitrag! Mobbing ist ein sehr ernstes Thema - nicht nur in der Schule. Psychisch kann man einem anderen Menschen genauso schaden wie mit körperlicher Gewalt, nur das die Schäden von psychischer Gewalt vielleicht nicht offen zu sehen sind, bestimmt aber länger andauern, als körperliche Wunden.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

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